IV Therapie bei Mukoviszidose

Ein Bericht über Johanna und ihre i.v.- Antibiose zu Hause (2011)

Wird eine i.v. Therapie notwendig, stellt sich für viele Betroffene die Frage, ob die Therapie ambulant zu Hause oder stationär in der Klinik durchgeführt wird. Für beide Alternativen gibt es individuelle Vor- und Nachteile. Wir möchten informieren, wie eine solche Therapie zu Hause ablaufen kann und berichten über Johanna und ihre Mutter Silke. Seit November führen beide eine i.v.-Antibiose zu Hause durch und werden dabei von Alexandra Arnold aus unserem Team der ambulanten Patientenversorgung betreut.

Johanna bekommt seit 4 Monaten zu Hause eine i.v. Antibiose.

Johanna damals fast 15. Eine fröhliche junge Frau, die gerne malt, Jumpstyle tanzt und sich auf ihren ersten Roller freut. Da sie Mukoviszidose hat und ihr momentan ein hartnäckiger Keim zu schaffen macht, haben ihre Ärzte ihr eine i.v. Antibiose über mehrere Monate verschrieben. Ein Klinikaufenthalt über einen so langen Zeitraum war für ihre Familie undenkbar. Das hat gemeinsam mit den Ärzten zu der Entscheidung geführt, die Therapie zu Hause durchzuführen.

Da Johanna nun für ein halbes Jahr täglich Infusionen bekommt, wurde ihr zunächst ein Port unter die Haut implantiert: ein dauerhafter Zugang zum venösen oder arteriellen Blutkreislauf, der den Anschluss der Infusionen erleichtert. Der Port liegt fast unsichtbar an einer leicht zugänglichen Stelle, bei Johanna im vorderen Schulterbereich. Über diesen Port schließt Johannas Mutter Silke etwa alle 12 Stunden eine Infusion an: Eine direkt nach der Schule, eine weitere in der Nacht, wenn Johanna schläft. Auf diese Weise kann Johanna ganz normal weiter zur Schule gehen und hat am Nachmittag Zeit für sich und ihre Freunde.

Portnadelwechsel

Für viele weitere Aufgaben, die im Rahmen der Infusionstherapie von einer examinierten Fachkraft durchgeführt werden sollten, kann unser Team der ambulanten Patientenversorgung mit Rat und Tat zur Seite stehen: Die examinierte Krankenschwester Alexandra Arnold kommt regelmäßig einmal in der Woche zum vereinbarten Termin zu Johanna, um die Portnadel, an die die Infusion angeschlossen wird, zu wechseln. Dieser regelmäßige Wechsel ist wichtig, damit es möglichst nicht zu Komplikationen kommt.

Für den Portnadelwechsel verwandelt sich der Esstisch in einen keimarmen Bereich: er wird frei geräumt und gesäubert, dann wird eine sterile Unterlage ausgebreitet und das notwendige Material wie die Nadel, Kompressen usw. keimfrei dort abgelegt.

Da der Port ein direkter Zugang zum Blutkreislauf ist, muss die unmittelbare Umgebung so steril wie möglich gehalten werden. In der Küche

tragen darum alle einen Mundschutz, auch Johannas Freundin Anna, die ihr heute Nachmittag Gesellschaft leistet.

Prüfen der Infusion

Alexandra Arnold hat alles Notwendige dabei. Sie zieht Nitril-Handschuhe an und geht routiniert ans Werk. Zunächst wird die Schulter

mit dem Port mit einem Sprühdesinfektionsmittel desinfiziert. Dann zieht sie die alte Nadel und desinfiziert den Port drei mal hintereinander.

Jeder Handgriff sitzt. Nun wird die neue Nadel vorbereitet. Hierfür zieht Alexandra Arnold sterile Handschuhe an. Die neue Portnadel wird mit NaCl-Lösung gespült und schließlich vorsichtig, mit viel Fingerspitzengefühl gelegt.

 

Johannas Mutter bereitet inzwischen die Infusion vor. So sieht Teamwork in der Küche aus.

Alexandra Arnold prüft den Sitz der Portnadel unter den strengen Augen von Johanna. Nun kann die Infusion angeschlossen werden.

 

Sie läuft die nächsten anderthalb Stunden. Inzwischen hat sich der gesamte Therapie-Ablauf gut eingespielt. Die anfänglichen Unsicherheiten sind verschwunden, zumal das Team der ambulanten Patientenversorgung mit einer 24stündigen Rufbereitschaft für Notfälle zur Verfügung steht. Und auch Johannas Angst vor dem Portnadelwechsel hat sich mittlerweile gelegt.

 

Johannas Mutter und Alexandra Arnold haben noch Zeit für

einen kleinen Plausch, tauschen ein paar private Dinge aus,

besprechen die nächste Lieferung der benötigten Hilfsmittel

und legen den Termin für den Portnadelwechsel in der nächsten Woche fest.

 

  

Unser Treffen am 26.09.2017

Treffen 09/2017 Shiatsu

Run for Hope

Run for Hope 2017
Urkunde Run for Hope
Urkunde_RFH.pdf
PDF-Dokument [1.6 MB]

Archive:

Treffen am 24.01.2017
33. Aggerlauf 2016
Aggerlauf 2015
Sommerfest 2015